Alle RegioTram-Triebwagen in Kassel abgestellt

25.07.2003

Mittlerweile sind alle sechs nach Kassel vermieteten Saarbahn-Triebwagen, die als RegioTram-Triebwagen eingesetzt werden, wegen Rissen im Rahmen abgestellt. Auch in Saarbrücken sind alle Triebwagen der 1. Bauserie, insgesamt 9 Stück, abgestellt. Dadurch kommt es trotz der Ferienzeit in Saarbrücken zu betrieblichen Engpässen. Doppeltraktionen werden nicht mehr gefahren.

Zu diesem Problem eine Pressemeldung der Saarbahn vom 16.07.2003:

Haarrisse an fünf Saarbahnzügen. Betroffene Züge werden aus dem Betrieb genommen.
Wie die Saarbahn am Mittwoch erklärte, wurden in der Nacht vom 9. auf den 10. Juli 2003 im Rahmen einer Routinekontrolle der Fahrzeuge in Saarbrücken Risse an der Spinne eines Fahrzeuges festgestellt. Die Spinne dient zur Übertragung der Kräfte beim Anfahren und Bremsen sowie zur Querbeschleunigung zwischen Drehgestell und Fahrzeugrahmen. Beim Riss an einem Teil dieser Spinne kann das Drehgestell die Kräfte nicht mehr an den Wagenkasten übertragen. Wie die Saarbahn weiter erklärte, kann dieser Defekt nicht zu einer Entgleisung der Züge führen.

Die Saarbahn hat nach Feststellung der Risse veranlasst, dass alle Fahrzeuge einer Sichtkontrolle unterzogen wurden. Im Rahmen dieser Kontrolle sind an insgesamt 5 Fahrzeugen aus Saarbrücken Risse festgestellt worden. Diese Fahrzeuge wurden vorsorglich aus dem Fahrgastbetrieb genommen, bis mit der Aufsichtsbehörde und dem Fahrzeughersteller die weitere Vorgehensweise festgelegt ist.

In enger Abstimmung mit dem Fahrzeughersteller Bombardier und vor allem der zuständigen Aufsichtsbehörde wurde als Adhoc-Maßnahme beschlossen, dass an allen Fahrzeugen über ein sogenanntes Farbeindringverfahren die Spinnen auf Haarrisse überprüft werden. Das Ergebnis der Untersuchung ergab, dass von den bisher untersuchten Fahrzeugen zusätzlich zwei weitere Fahrzeuge sehr feine Haarrisse aufweisen, wie sie bei Fahrzeugen dieser Art vorkommen können. Sowohl die Aufsichtsbehörde als auch der Hersteller der Saarbahnzüge haben nach heutiger Sicht keine Einwände gegen den weiteren Betrieb dieser beiden Fahrzeuge.

Mit dem Fahrzeughersteller und der Aufsichtsbehörde wurde zudem ein Verfahren entwickelt, das eine weitere Ausbreitung der Haarrisse erkennbar macht. Zusätzlich werden täglich in der nächtlichen Betriebspause der Saarbahn alle Fahrzeuge weiterhin optisch auf Risse untersucht. Darüber hinaus wurde ein Gutachter des Fraunhofer Institut für Betriebsfestigkeit in Darmstadt beauftragt, die Züge zu überprüfen. Eine aktuelle Betriebsanweisung schließlich setzt die Fahrgeschwindigkeiten an kritischen Stellen vorsorglich herunter.

Derzeit wird mit dem Fahrzeughersteller der Tausch der defekten Bauteile abgestimmt.

Die getroffenen umfangreichen Maßnahmen gewährleisten laut Aufsichtsbehörde und Fahrzeughersteller, dass ein sicherer Betrieb der Saarbahn weiterhin möglich ist. Einschränkungen im Saarbahnverkehr sind trotz der Außerbetriebnahme der fünf Züge nicht zu erwarten.

HM, Saarbahn GmbH 25.07.2003

 

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Letzte Änderung: 30.09.2004

©: Dr. Heribert Menzel, Kassel