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Am 05. August 2007
verstarb im Alter von 82 Jahren Wolfgang Kimpel. Wir sind sehr bestürzt über sein Ableben und trauern
mit seiner Familie.
Wolfgang Kimpel kam schon früh mit der Straßenbahn in Kontakt. Während des 2. Weltkriegs
wurde er zunächst als Jugendlicher bei der Kasseler Verkehrs-Gesellschaft als Schaffner
dienstverpflichtet und 1943 zur Wehrmacht eingezogen. Nach dem Krieg wurde er kein regulärer Mitarbeiter
des Verkehrsbetriebs, blieb aber mit seinen Aktivitäten ein Freund des ÖPNV, besonders der KVG. Sein
Ableben ist, nach Otto Schlarbaum im April 2007, ein weiterer großer Verlust für die Kasseler
Straßenbahnfreunde. Er war wie Otto Schlarbaum ein hervorragender Kenner der Kasseler
Straßenbahn-Geschichte und lebte auch für sie.
Wolfgang Kimpel war ein vielseitiger und gewissenhafter Mensch. Hauptberuflich arbeitete er als Lehrer, zuletzt als Rektor
in Gensungen. In seiner Freizeit wirkte er beim Laientheater in Ostheim mit.
Seine große Liebe in der Freizeit gehörte aber der Straßenbahn. So betätigte er sich
ehrenamtlich bei den Oldtimer-Fahrten der KVG als Schaffner. Später unterstützte er mit dieser Arbeit
auch die Interessengemeinschaft Nahverkehrsbetrieb Kassel e.V.
Mit der Vermittlung zwischen KVG und dem Hannoverschen Straßenbahn-Museum in Sehnde-Wehmingen
half Wolfgang Kimpel beim Kauf von Fahrzeugen, deren Transporte von Kassel nach Wehmingen er auch
betreute. Öfters stattete er diesem Museum einen Besuch ab.
Auch das Straßenbahnmuseum Amsterdam unterstützte Wolfgang Kimpel. Bei der Versteigerung
verschiedener KVG-Fahrzeuge half er mit, einige von ihnen zusammen mit Herrn Frank Hemminga nach Amsterdam
zu holen. Wolfgang Kimpel wurde Ehrenmitglied des Amsterdamer Vereins und war als einziger
"Ausländer" berechtigt, das Amsterdamer Oldtimer-Linienetz zu befahren.
Auch beim Museum Arnheim in den Niederlanden half Wolfgang Kimpel mit seiner Kompetenz, einige
Kasseler Straßenbahnwagen zum Einsatz zu bringen.
Sein Wissen über die Kasseler Straßenbahn hielt Wolfgang Kimpel auch für die Nachwelt fest. Er betätigte sich als Autor für seine Schriftenreihe
"Kasseler Schienennahverkehr", die mit acht Heften ab 1989 im Verlag Hof- und
Waisenhaus-Buchdruckerei GmbH, Kassel, in lockerer Folge erschien - dies alles mit Eigenkapital! Einige
Ausgaben der Schriftenreihe sind heute noch erhältlich.
Der GeraMond-Verlag bat Wolfgang Kimpel im Jahr 2002, ihm bei einem Buch über die Kasseler
Straßenbahn zu helfen, was er gerne tat und wo sein Werk, sein Archiv, voll integriert wurden. Sein
Archiv enthielt auch Teile der Sammlung von G. Adam Stör, die er mit einer beträchtlichem Summe vor
dem Verlust rettete.
Wolfgang Kimpel nutzte seinen Beruf als Lehrer zur Verwirklichung eines besonderen Lebenstraums.
Er ging zum Zirkus Krone, um dort die Kinder der Artisten zu unterrichten. Er wollte nur eine Saison
bleiben, aber daraus wurden acht Jahre, in denen er quer durch Europa mitreiste. Wenn der Zirkus Krone im
Winter sein festes Quartier in München bezog, war Wolfgang Kimpel zu Hause in Hofgeismar. Diese Freizeit
nutzte er dann noch für den Kasseler Nahverkehr. Wolfgang Kimpel hatte ein erfülltes Leben und war dennoch immer für seine Familie da.
Die drei verstorbenen Kenner der Kasseler Nahverkehrsgeschichte, G. Adam Stör, Otto
Schlarbaum und Wolfgang Kimpel, hinterließen sehr viel Bild- und Informationsmaterial, das zum großen
Teil in Privatbesitz gelangt ist. Somit besteht in Zukunft die Möglichkeit, dieses interessante Material
über das Internet den interessierten Straßenbahnfreunden zugänglich zu machen, denn wir leben von der
Geschichte.
Wolfgang Kimpel trug dazu bei, die Geschichte des Kasseler Nahverkehrs zu bewahren. Ein
Teil seines Lebenswerkes wird uns erhalten bleiben und an ihn erinnern. Er wird uns jüngeren sehr fehlen.
Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren. R.I.P.
Dieter
Rohrbach
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Wolfgang Kimpel als Schaffner und Stadtführer im
Oldtimer-Triebwagen. |
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Wolfgang Kimpel in seinen historischen Uniform. |
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In einer Fernsehsendung
erhielt Wolfgang Kimpel einen Gutschein für einen Straßenbahn-Fahrschulkurs in Berlin.
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An seinem 70.
Geburtstag durfte Wolfgang Kimpel unter Aufsicht des Oberfahrmeisters Willi Sesselmann einen 6NGTw
fahren.
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Band 1 der
Schriftenreihe "Kasseler Schienennahverkehr", die Wolfgang Kimpel herausgab. |
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Das Buch
"Straßenbahnen in Kassel" stammt aus der Feder von Wolfgang Kimpel.
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